Soulfood – Frustessen adé


Auf ungesundes Essen zu verzichten oder wie verrückt Kalorien zu zählen, bringt uns nicht an das gewünschte Ziel – oft sind Heißhunger Attacken und Frustessen die Folge. Kirsten Sellmer erklärt, wie wir gesund und satt mit einer ausgewogenen Ernährung zur Wohlfühlfigur kommen, ohne lästige Heißhunger Attacken.

Wenn wir uns mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung beschäftigen, sollten wir nicht nur darauf schauen, welche Lebensmittel wir auswählen – ob wir uns z.B. vegan oder low carb ernähren möchten oder besonderen Wert auf fair trade oder regionale Produkte legen – sondern wir sollten uns auch mit dem Warum beschäftigen. Jeder von uns hat einen sogenannten „Wohlfühl-Setpunkt“. Es ist ein natürlicher Mechanismus, der unserem Körper an einem ganz bestimmten Punkt Wohlbefinden gewährleistet. Dieser Setpunkt funktioniert am besten, wenn wir bei Hunger essen und bei eintretender Sättigung damit aufhören. Zu wenig Nahrung verlangsamt unseren Stoffwechsel. Der Körper will uns durch Hungersignale darauf aufmerksam machen, schließlich will er sich wohlfühlen und das geht nur mit einer ausreichenden Energiemenge. Aber auch ein Zuviel an Nahrung kann den Stoffwechsel verlangsamen, statt dem Wohlbefinden gibt es dann ein übermäßiges Völlegefühl, wir fühlen uns müde und träge. Doch wie schaffe ich es, meinen persönlichen Wohlfühl-Setpunkt zu erkennen?

Unser Körper gibt uns ständig Signale, auf die wir reagieren: wir gähnen, wenn wir müde sind und schlafen gehen sollten. Wenn wir auf die Toilette müssen, drückt die Blase und wenn die Nase kribbelt, niesen wir. Essen ist ein ganz ähnlicher Prozess: uns knurrt der Magen, wenn der Körper Energienachschub benötigt und wir spüren einen Magendruck, wenn wir genug gegessen haben. Die Signale seines Körpers wahrzunehmen erfordert nicht viel. Manche Menschen haben jedoch verlernt, darauf angemessen zu reagieren. Jeder kann lernen, auf die richtige Weise zu essen. Er muss nur auf die Signale seines Körpers hören. Denn wer, wenn nicht Du, weiß am besten, was Dein Körper braucht? Kein Arzt, kein Ernährungsprogramm und keine Diät kann wissen, was Dir persönlich gut tut!

 

Es gibt ein paar einfache Regeln die dabei helfen, dass du Deinen Wohlfühl-Setpunkt erreichst:

Wähle die Nahrung aus, die Dein Körper braucht!

Wenn Du hungrig bist, finde heraus worauf Du Appetit hast. Dadurch erhältst Du eine Vorstellung darüber, welche Nahrung Du möchtest und welche Nährstoffe Dein Körper benötigt. Beobachte, wie die Nahrung auf Dich wirkt: nach welchem Essen fühlst Du Dich wohl? Welche Lebensmittel bereiten Dir eher Unwohlsein?

 

Streiche in Bezug auf Lebensmittel „gut“ und „schlecht“ aus Deinem Wortschatz!

Oftmals werden ganze Lebensmittelgruppen dazu verdammt, als „schlecht“ eingestuft zu werden. Je nach Ernährungsmethode oder wissenschaftlichen Erkenntnissen heißt es „die bösen Kohlenhydrate“ oder das „schlechte Fett“. Sicherlich gibt es Lebensmittel, die unserem Körper weniger gut tun, da sie z.B. chemisch-synthetischen Substanzen enthalten. Die sogenannten Kalorienbomben aber, wie z.B. Pommes, Pudding und Eiscreme gehören jedoch nicht dazu (vor allem, wenn man auf die Qualität und Herstellung der Produkte achtet oder sie sogar selbst herstellt und die Zutaten dementsprechend auswählen kann). Dennoch stecken wir diese Lebensmittel in die Schublade „Verbotenes“. Diese Strategie funktioniert aber nicht, da Verbotenes nun mal begehrenswerter erscheint, als alles andere! Was spricht dagegen, ab und an etwas davon zu genießen? Z.B. Schokolade, die sollte man nicht in Sekundenschnelle in sich rein stopfen, sondern sie als etwas Besonderes wahrnehmen und sie langsam genießen. Achte auf hochwertige Produkte, die sind teurer, als die Discounter-ware, so isst man automatisch langsamer und bewusster.

 

Essen ist keine Lösung, wenn Hunger nicht das Problem ist!

Dieser Satz ist simpel, verdeutlicht aber sehr gut die Problematik, die hinter einer unkontrollierten Nahrungsaufnahme stecken kann. Denn es gibt auch einen „emotionalen Hunger“ – die Sehnsucht nach etwas Bestimmten. Sei ehrlich zu Dir selbst und gesteh Dir ein, wenn Dein Hunger nicht von einem leeren Magen kommt! Bist Du traurig, fühlst Du Dich alleine, bist Du verärgert oder einfach unzufrieden? Was auch immer die Gründe für Deinen emotionalen Hunger sind, sei Dir dessen bewusst und lass Dich nicht in das „Essen ohne Ende“ hineinfallen, davon vergrößern sich nur die Probleme. Es gibt keinen Grund, irgendein Lebensmittel in sich hineinzustopfen, wenn Du körperlich keinerlei Hunger verspürst!

 

Du bist hungrig? Dann iss!

Nahrung stellt eine wesentliche Lebensgrundlage dar. Warte nicht so lange, bis Du den Hunger kaum noch aushalten kannst, denn ansonsten kommt mit Sicherheit der Heißhunger und Du wirst mehr essen (und wahrscheinlich auch zu ungünstigen Lebensmitteln greifen), als Dein Körper zum Wohlfühlen bräuchte!

Achte auf die Signale Deines Körpers und betrachte Essen als Genuss, dann wirst Du Deinen persönlichen „Wohlfühl-Setpunkt“ erreichen .

 

Seit ihrem Abschluss in Ökotrophologie ist Kirsten als Ernährungsexpertin tätig und bietet neben der individuellen Ernährungsberatung auch Gesundheitscoaching und Personal Training an. „Unser innerer Kompass kann manchmal die Orienteirung verlieren. Ich sehe mich dabei als dein Lotse und bringe dich in Sachen Ernährung, Gesundheit und Fitness wieder auf den richtigen Kurs“.